Mit Schrecken bin ich über einen Artikel in meiner ehemaligen Lokalzeitung gestolpert, indem ein Bauer sein Kälbersterben beklagt und Hundekot auf Felder und Wiesen dafür verantwortlich macht. Natürlich versteht es sich für einen gewissenhaften Hundehalter von selbst (mich eingeschlossen), dass man die Hinterlassenschaft zusammennimmt und im Robidog entsorgt. Abgesehen davon, wer schon mal einem neugierigen Welpen alle paar Meter Kot aus dem Mund gefischt hat, der wird mir zustimmen. Es ist zweifellos eine Sauerei, aber sterben die Kälber wirklich davon? Ich habe mich schlau gemacht und siehe da, was war zuerst da, das Ei oder das Huhn?

Erst einmal muss ein Hund von einer Kuh infiziert werden, nur dann besteht die Möglichkeit, dass der Hund Erreger ausscheidet, die wiederum Kühe infizieren könnten.

Die direkte Übertragung von Rind auf Hund erfolgt beim Landwirt, dessen Hofhund sich über die Nachgeburt von Kühen hermacht oder mit Gewebe oder rohen Innereien von geschlachteten Tieren gefüttert wird. Eine andere Risikogruppe sind Jagdhunde, die z.B. mit Gewebe oder Innereien von infiziertem Wild gefüttert werden – wohingegen die Hunde von Spaziergängern üblicher Weise mit Fertigfutter oder Gekochtem ernährt werden, womit für diese die Übertragung ausgeschlossen ist. Wenn also Hunde überhaupt zur Verbreitung von Neospora caninum beitragen, dann sind es nicht die der Spaziergänger, sondern vor allem die der Bauern selbst. Und, während die Landwirte gegen Spaziergänger, Hunde und Hundehaufen ihre Hetzkampagne fahren und in manchen Regionen sogar Ersatzzahlungen aus Hundesteuereinnahmen fordern, geht das Sterben der Kälber in ihren Ställen weiter. Die einzige Möglichkeit wäre – neben der Sorge für einer bessere Allgemeingesundheit der Rinder, denn Erkrankungen treten vor allem bei immungeschwächten Tieren auf – konsequent die Zucht mit Neospora caninum positiven Kühen sofort einzustellen, um eine weitere Verbreitung von Kuh auf Kalb und dessen Nachkommen zu verhindern. Dies jedoch wird aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht praktiziert, der Verlust der Zucht- und Milchkühe wäre finanziell weitaus dramatischer für die Landwirte als der durch Aborte und Kälbersterben verursachte ist.

Motherdrum Healing, Muttertrommel, Tawasentha

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