Etwas Grundsätzliches unterscheidet indianisches Denken und indianische Lebenshaltung von unserem Denken und unserer Einstellung zum Leben. Während für uns der Mensch der "Herr der Schöpfung" ist - berechtigt, die Natur zu unterwerfen und dienstbar zu machen-, fühlt sich der Indianer als Teil der Erde. Für ihn lebt die ganze Schöpfung, sei es nun Erde, Wasser, Stein, Pflanze, Tier oder Mensch. Deshalb ist das Verhältnis des Indianers zur übrigen Schöpfung von einem Respekt bestimmt, den wir nicht besitzen. Wir können vergangenes Unrecht nicht wiedergutmachen. Aber erst heute, da unsere Rücksichtslosigkeit gegenüber den anderen Geschöpfen sich gegen uns zu wenden beginnt und die vergewaltigte und ausgebeutete Natur uns selber zu zerstören droht, können wir den Schmerz und die Verzweiflung der indianischen Völker begreifen, die zusehen mussten, wie all das, was ihnen heilig war, ihre Mutter Erde mit den vielfältigen Lebensformen, ebenso wenig geachtet wurde wie sie selber. Wir können zumindest auf das hören, was uns die Indianer Nordamerikas zu sagen haben, und wir werden darin manche Werte finden, die uns verlorengegangen sind und die wir erst wieder suchen müssen.
Hau Kola
"wie das Herz des Menschen sind die Sonne,
Mond und Sterne jene Ort,
wo der grosse Geist angehalten hat,
um seine Liebe zu offenbaren.
Der Indianer ist sich dieser orte bewusst und ruft sie
in seinen gebeten an.
Von Ihnen erlangt er Hilfe und Segen
Schamanisches Segensgebet
"Ich werde für immer glücklich
sein
Nichts kann mich daran hindern.
Ich gehe, und Schönheit ist vor mir,
ich gehe und Schönheit ist hinter mir,
Ich gehe, und Schönheit ist über mir,
Ich gehe, und Schönheit ist unter mir.
Schönheit umgibt mich, wohin immer ich gehe.
Schön sind auch meine Worte.
Ich stelle mir jetzt die Schönheit des Lebens vor.
Ich fühle sie in meinem Inneren,
wenn ich das Gebet spreche.
Je mehr "Heil-Sein" ich ausstrahle,
desto stärker wird meine Heilkraft.
Jetzt gehe ich durch das Leben der Schönheit."
(Navajo)
SONNENGESANG
Sonne, meine Schwester,
sei mir gut und scheine!
Lass mich arbeiten,
lass mich mein Feld bestellen.
Lass mich graben, Mais pflanzen, ernten.
Sonne, meine Schwester,
sei mir gut und gehe schlafen,
wenn der Abend hereinbricht.
Ich will mich niederlegen und ausruhen.
Gib mir Zufriedenheit.
Sonne, setze deinen Weg fort noch viele Jahre.
Schenke uns Menschen Gutes.
Lass mich immer der bleiben,
der ich heute bin
(Havasupai)
Medizinrad Gebet
ZU EHREN DER VIER HIMMELSRICHTUNGEN:
Osten, Tor des Morgens,
ich trete mit einem Gebet im Herzen vor dich hin.
Wir danken dir für diese Zeit des Neubeginns,
für diesen Tag, für das Licht, für die aufsteigenden Lüfte,
für das Erwachen des Lebens.
Mögen sich unsere Augen gen Himmel richten,
um die Freiheit der Vögel wahrzunehmen,
möge wir uns der Geschenke jedes Augenblicks bewusst sein.
Süden, heiliges Feuer der Schöpferkraft,
möge sich unser Leben in Harmonie
mit unseren Brüdern und Schwestern in allen Welten entfalten.
Möge sich unsere Vitalität in gesunden Beziehungen entwickeln.
Wir danken für all die Schönheit, für die Musik, den Tanz, den Humor.
für all die Dinge, die Freude schenken.
Westen, Kraft der Orte zwischen den Welten,
wir wenden uns auf der Suche nach unserem Weg
der Tiefe des Wissens und der inneren Stärke zu.
Wir danken für all die Erfahrungen,
die Mitgefühl lehren und Verstehen vertiefen.
Danke Bär für die Medizin der Träume.
Norden, bei dir hoffen wir Weisheit zu finden.
An diesem schattenfreien Ort suchen wir nach Perspektive
und nach einem Weg, auf dem wir dienen können.
Lass uns auf dieser wunderbaren Erde
stets im Bewusstsein der Dankbarkeit leben
und unsere Lehrer und Ahnen auf allen Ebenen achten.
Danke für die Zeit der Heilung und Erneuerung.
Großes Mysterium, großer, allem innewohnender Geist,
wir danken dir für unser Leben an diesem wunderbaren Tag.
Das Gebet zum Grossen Geist
O, grosser Geist, dessen Stimme ich im Wind höre, und dessen Atem der ganzen Welt Leben gibt, höre mich!
Klein und schwach bin ich. Deine Kraft und Weisheit brauche ich. Befähige mich, in schöner und heiliger Weise zu leben.
Befähige meine Augen, die roten und purpurfarbenen Sonnenuntergänge immer zu sehen.
Befähige meine Hände und mein Herz, alles zu respektieren, was Du erschaffen hast.
Befähige meine Ohren, Deine Stimme immer zu hören und Deine spirituelle Führung zu empfangen, wenn ich aufrichtig um ein Zeichen, eine Vision, einen Traum oder die Erfüllung eines Gebetes bitte.
Mache mich weise, damit ich all das verstehen kann, was Du mein Volk bereits gelehrt hast.
Lass mich verstehen lernen, welche Lehre Du in jedem Stein, in jedem Blatt und in jedem Kraut verborgen hast. Ich suche Deine Kraft nicht, um besser zu sein als mein Bruder oder meine Schwester, sondern um meinen grössten Feind zu bekämpfen – mich selbst.
Mache mich stets bereit, so zu leben, dass Deine Augen lächelnd auf mich schauen werden wenn meine Taten oder Gedanken von mir und Dir geprüft werden.
Mach mich stets bereit, meine Brüder und Schwestern und alle Geschöpfe von Mutter Erde so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte: mit Liebe, Gerechtigkeit, Achtung, Würde, Integrität und Respekt.
Wenn das Leben verblasst wie der verblassende Sonnenuntergang mache meine Augen klarsehend und meine Hände und mein Herz frei von Blutvergiessen, Zerstörung, Hass, oder Missachtung von Mutter Erde, so dass meine Seele ohne Scham zu Dir kommen kann.
Ho!
Wakan Tanka
(Großer Geist)
Gebet zur selbst Reinigung meiner Seele
Wakan Tanka großer Geist dessen Stimme ich im Wind höre dessen Atem der ganzen Welt
Leben schenkt, höre mich.
Du hast das ganze Universum geschaffen.
Du gibst uns Wasser zum leben.
Du gibst uns denn Sonnenschein der unsere Körper wärmt und der alles um uns herum wachsen lässt damit wir ein gutes Leben führen können.
Du gabst uns auch den Wind den Regen den Blitz und den Donner, alles hat einen Sinn und trägt dazu bei das unsere Mutter Erde leben hervorbringen kann.
Aber auch alles kann unserer Mutter Erde schaden.
Wenn wir nicht Acht geben.
Du gibst uns Freude Hoffnung und Leiden.
Ja du gabst uns auch die Liebe.
Jedem das was er gerade braucht oder verdient.
Du gabst mir eine Frau und Kinder.
Du gabst mir Freunde gute und schlechte.
Du gabst mir ein Herz um deine Stimme zu hören.
Du gabst mir Augen um deine Visionen zu sehen. Du gabst mir aber auch die Fähigkeit anderen Menschen zu helfen, sie durch deine Hilfe von Ängsten zu befreien.
Das alles gabst du mir um mich vor Schaden zu bewahren wenn ich deine Zeichen deine Visionen und deine Träume verstehe.
Dafür danke ich dir.
DIE GEBOTE
Ich achte das Leben in all seinen Formen,
denn so finde ich Hilfe.
Ich achte die Alten,
denn sie haben Lebensfülle und Weisheit.
Ich achte die Frauen,
denn sie hüten das Geschenk des Lebens und der Liebe.
Ich achte die Freundschaft,
denn im Teilen erfülle ich Gottes Willen.
Ich halte mein Wort, ich bin friedfertig,
ich bin mutig.
Gott, lass alle guten Kräfte wachsen,
lass mich zuhören und hinhören,
wenn die Weisen sprechen,
dann wird alles, was ich tue,
gut und gerecht sein.
(Ojibwa)
DIE HEILIGEN NAMEN
Vier heilige Namen hast du uns gegeben.
Nur wenigen Menschen,
nur jenen, die weise waren,
sie richtig zu gebrauchen.
Der erste Name ist der Name der Sonne-
sie gibt Wärme und Licht
und lässt die Pflanzen reifen.
Der zweite Name ist der Name
der Ströme, der Flüsse und Bäche-
wir trinken ihr klares Wasser.
Der dritte Name ist der Name des Waldes-
die Wälder sind älter als die Menschen
und werden sein, wenn wir längst nicht mehr sind.
Der vierte Name ist der Name der Erde und des Staubes-
zu ihm müssen wir zurückkehren.
Lass alle Menschen die heiligen Worte
verstehen und recht gebrauchen.
Dann wird eine einzige Sprache sein.
(Sioux)
EIN GEWAND AUS LICHT
Himmel, du unser Vater.
Webe uns ein Gewand aus Licht.
Lass die Fäden das helle Morgenlicht sein,
macht den Saum wie das Abendrot,
die Fransen wie fallenden Regen.
So webe uns ein Gewand aus Licht,
dass wir auf heilige Weise wandern,
so die Vögel singen,
dass wir auf heilige Weise leben,
wo das Gras saftig ist.
Erde, unsere Mutter,
Himmel, unser Vater,
so soll es sein!
(Tewa)
IN SCHÖNHEIT WANDELN
O grosser Geist,
dessen Stimme ich in den Winden vernehme
und dessen Atem der ganzen Welt leben spendet,
höre mich.
Ich trete vor dich hin als eines deiner Kinder.
Ich bin klein und schwach.
Ich bedarf deiner Kraft und Weisheit.
Lass mich in Schönheit wandeln
und lass meine Augen immer den roten
und purpureren Sonnenuntergang schauen.
Lass meine Hände die Dinge verehren, die du gemacht hast,
und meine Ohren deine Stimme hören.
Schenke mir Weisheit, damit ich die Dinge,
die du mein Volk gelehrt hast und die Lehre,
die du jedem Blatt und jedem Felsen verborgen hast, erkennen möge.
Nicht um meinen Brüdern überlegen zu sein, suche ich Kraft,
sondern um meinen grössten Feind bekämpfen zu können – mich selbst.
Mache mich immer bereit, mit reinen Händen und geradem Blick zu dir zu kommen,
damit mein Geist, wenn dereinst mein Leben verblasst wie die untergehende Sonne,
ohne Scham zu dir kommen möge.
Gebet der Sioux-Indianer
Die Botschaft des Wolfes
„Ein Blick in meine Augen und du kannst sehen, wer ich wirklich bin. Ähnlich wie manche unserer vierbeinigen Brüder und Schwestern haben wir einen schlechten Ruf. Doch wir wollen niemanden schaden. Mit allen, die ihr Leben geben, damit wir leben können, haben wir Seelenvereinbarungen. Ich liebe meine Familie. Ohne falsche Bescheidenheit kann ich sagen, dass ich ein erstklassiger Hüter und Lehrer bin. Ich nehme diese Rolle ernst, nicht als Belastung, sondern als willkommene Aufgabe und Verbindlichkeit. Die besten Lehren entstehen aus Beispielen und Geschichten, nicht aus Vorträgen und grundsätzlichen Regeln. Auch du hast die natürliche Verantwortung, andere zu lehren, nicht Dinge des Verstandes, sondern Herzens- und Seelendinge. Lehre sie, wie man mit anderen harmonisch zusammenleben kann, nicht durch Anweisungen, sondern durch dein Vorbild und durch persönliche sowie mythischen Geschichten. Finde das Gleichgewicht zwischen wahren Freiheit und gegenseitiger Abhängigkeit, es ist das Charakterium des Zusammenlebens. Du musst niemanden beweisen, wer du bist, und du auch nicht beweisen, dass du Recht hast. Vertraue auf dich und deinen Platz in der Gemeinschaft. Fürchte dich nicht davor, die Führung zu übernehmen oder hervorzutreten und zögere nie, die Führung wieder abzugeben, wenn die Zusammenarbeit und die Harmonie dies erfordert.“
Paha so ‚he
Today we are blessed
Today we are blessed
With this beautiful baby.
May his feet be to the East
His right hand to the South
His head to the West
His left hand to the North.
May he walk and dwell on Mother Earth peacefully.
May he be blessed with assortes soft valued goods.
May he be blessed with precious variegated stones.
May he be blessed with fat sheep in variation.
May he be blessed with nice swift horses in variation.
May he be blessed with respectful relatives and friends.
I ask all these blessings with reverence and holiness.
My Mother, the Earth, the Sky, the Sun, the Moon,
Together my Father.
I am the essence of life which is old age.
I am the source of happiness and beauty.
All is peaceful, all in beauty, all in happiness.
Now this is the day
Our child is blessed
Into the daylight.
(Navajo prayer song)
Indianisches Friedensgebet
O Grosser Ahnengeist,
dir halte ich die Friedenspfeife entgegen,
dir und deinen Boten, den vier Winden,
dir und Mutter Erde, die deine Sprösslinge nährt.
Gib uns die Weisheit, unseren Kindern Liebe,
Respekt und guten Willen zu vermitteln,
auf dass sie in Frieden heranwachsen mögen.
Hilf uns, den Reichtum getreulich miteinander zu teilen,
den du vor uns ausgebreitet hast.
Indianisches Gebet zur Geburt
Ho!
Ihr alle, Sonne, Mond und Sterne,
die ihr durch die Himmelgegend zieht,
ich bitte euch, hört mich an.
In eure Mitte ist neues Leben gekommen.
Gebt eure Zustimmung, flehe ich!
Macht seinen Weg sanft,
damit es den ersten Hügel erreiche.
Ho!
Ihr alle, Wind, Wolken, Regen, Nebel,
die ihr in der Luft treibt,
ich bitte euch, hört mich an.
In eure Mitte ist neues Leben gekommen.
Gebt eure Zustimmung, flehe ich!
Macht seinen Weg sanft,
damit es den zweiten Hügel erreiche.
Ho!
Ihr Hügel, Täler, Flüsse, Seen, Bäume, Gräser,
all ihr auf der Erde.
Ich bitte euch, hört mich an.
In eure Mitte ist neues Leben gekommen.
Gebt eure Zustimmung, flehe ich!
Macht seinen Weg sanft,
damit es den dritten Hügel erreiche.
Ho!
Ihr Vögel groß und klein, die ihr im Wald lebt. Ho!
Ihr Insekten, die ihr zwischen den Gräsern kriecht
und in der Erde grabt.
In eure Mitte ist neues Leben gekommen.
Gebt eure Zustimmung, flehe ich!
Macht seinen Weg sanft,
damit es den vierten Hügel erreiche.
All Ihr von den Himmeln,
all Ihr von der Luft,
all Ihr von der Erde
all Ihr von dem Wasser …
Ich bitte Euch alle …, hört mich an!
Segnet (……………….) und heißt ihn willkommen!
Indianisches Abschiedsgebet
Bei der Geburt der Sonne und ihres Bruders des Mondes
ihre Mutter starb.
Also gab die Sonne der Erde ihren Körper
Von dem alles Leben entspringen sollte,
und die Milch ihre Brüste waren die Sterne.
Sterne die sie hinauf warfen in den Nachthimmel
um sie niemals zu vergessen.
Dort oben steht mein Grabstein ...
...und der meiner Träume wohl auch ....
„Nimm Alles in Deine Hände und siehe was Du behalten
möchtest,
dann blase den Rest mit Dankbarkeit hinfort.“
(altes indianisches Sprichwort)
“Die Angst stirbt, wenn man das tut wovor man sich fürchtet.”
(Sequichie Comingdeer, Cherokee)
Indianische Weisheit
Geh aufrecht wie die Bäume.
Lebe dein Leben so stark wie die Berge.
Sei sanft wie der Frühlingswind.
Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen,
und der Große Geist wird immer mit Dir sein.
Ein Zitat von John Fire Lame Deer (Tahca Ushte)
geb. 1903 in South Dakota, USA gest. 1976
Medizinmann und Heiler der “ american native nation of South Dakota “
“ Wenn du nicht die menschliche Seite von allem am eigenen Leib kennen gelernt hast,
wie kannst du dann lehren oder heilen helfen?
Um ein guter Medizinmann zu sein, musst du demütig sein.
Du musst niedriger sein als ein Wurm und höher als ein Adler. ”
Archie Fire Lame Deer , der Sohn des Tahca Ushte
geb. 1935 in South Dakota, USA gest. 16. Januar 2001
Medizinmann der Lakota und Aktivist für die indianische Kultur in den Vereinigten Staaten.
“Das schlimmste was einem Nativen Volk widerfährt,
ist die Kolonisierung und das daraus entstehende Zivilisieren.
Wenn der “ Zivilisierende ”, das Urvolk nach ca. hundert Jahren vollkommen modernisiert hat und es für ihn nichts mehr zu tun gibt,
fängt er an, sich mit den halbvergessenen Riten und Gebräuchen dieses Volkes zu beschäftigen. Es entstehen Nachahmungen und verwaschene Situationen, im Umgang mit heiligen Prozessen, wie
Schwitzhütten, Medizinräder, Visionssuchen u.v.m. Das Interesse und die Teilnahme an solch heiligen Zeremonien erfordert das Verständnis und den nötigen Respekt gegenüber den nativen Völkern
unserer Erde.”
Indianisches Sprichwort
Wenn die Erde krank ist, dann werden die Tiere verschwinden. Und wenn das passiert, dann werden Krieger des Regenbogens kommen und sie retten.
PILAMAYAYE WAKAN TANKA NICI UN AKE U WO, AHOE!!!
(AUF WIEDERSEHEN UND MÖGE DER GROSSE GEIST MIT DIR SEIN UND DICH FÜHREN!!! )